PyroVC

PyroVC – Wertschöpfung aus bishernicht recycelbaren Polyvenylchlorid-Abfällen

Laufzeit: 01.03.2022-28.02.2023

Fördermittelgeber: Förderung: EFRE – LeitmarktAgentur.NRW / Förderkennzeichen EFRE-0802070

Ausgangssituation:

Polyvinylchlorid (PVC) ist ein thermoplastischer Kunststoff, der in vielen Produkten des täglichenLebens unverzichtbar geworden ist. Aufgrund seiner vorteilhaften Eigenschaften sind seineAnwendungen in der Industrie (Bauwesen und Elektronik) enorm. PVC steht im globalen Kunststoff-verbrauch mit 37,4 Mio. Tonnen jährlich an dritter Stelle, hinter Polyethylen und Polypropylen.Obwohl PVC bereits 1945 der meistproduzierte Kunststoff der Welt war, ist die Recyclingfragenur ungenügend geklärt. Die stoffliche Verwertungsquote liegt min Deutschland bei 37 % undverschlechtert somit die durchschnittliche stoffliche Verwertungsquote von Kunststoffen, welcheim Schnitt bei 46 % liegt. Die üblichen Ansätze des PVC-Recyclings (Deponierung und Verbrennung)sind entweder energieintensiv oder ineffizient in Bezug auf die Wiederverwendungsqualität oderumweltschädlich aufgrund der Freisetzung schädlicher Gase.

Das Projekt:

Mit der Pyrolyse-Technologie ist es möglich, unter Ausschluss von Sauerstoff PVC zu spalten und petrochemisch verwertbare Kunststoffe daraus zu gewinnen. Pyrolyse ist die thermische Zersetzung chemischer Verbindungen bei hohen Temperaturen (600 °C) und spaltet die langkettigen Moleküle in organischen Verbindungen auf. Bei der Pyrolyse werden jedoch Chlorgase freigesetzt, die z.B. durch Bindung mit Natrium in der Vorstufe des Pyrolyseverfahren abgeschieden werden können. Dies führt zu weiteren nützlichen Produkten wie Salzen und ermöglicht eine Pyrolyse ohne die Bildung schädlicher Abgase. Die erfolgreiche Etablierung der Pyrolysetechnologie in großem Maßstab steht jedoch vor wirtschaftlichen und betrieblichen Schwierigkeiten aufgrund schwankender Abfallmengen und -arten sowie hoher Investitionen. Durch die steigenden Energie-und Stromkosten und den steigenden Entsorgungsgebühren ergeben sich derzeit neue Chancen für kleine Verwertungsanlagen. Herausforderungen sind dabei die Robustheit der Pyrolysetechnologie und die Anpassung anschwankende Abfallmengen und -arten, die automatische Anlagensteuerung zur Reduzierung des Personaleinsatzes und damit der Kosten.

 

Ziele:

Im Rahmen des Projektes wird von AES eine neue Anlagentechnik entwickelt, die es ermöglicht, chlorhaltige Abfälle zu einem Pyrolyseöl und Salzsäure oder Kochsalz zu verarbeiten. Dabei übernimmt AES die Auslegung und Konstruktion der Chlorabscheidung und der dazugehörigen Pyrolysetechnik. In Kooperation mit der FH Aachen wird bereits während des Projektes die Wirtschaftlichkeit betrachtet. Abschließend soll die neue Anlagentechnik bei einem Pilotkunden getestet werden. Durch diese technische Innovation der automatisierten Pyrolyseanlage mit ökologischer Betrachtung können C-Kreislaufschließung, CO2-Einsparung, Eliminierung von nicht verwertbaren Abfallströmen und effiziente Nutzung von stofflichen Ressourcen und Recycling erreicht werden.